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Dienstag, 16. November 2010 |
Mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts im Frühjahr 2003 wurde beschlossen, dass ein Praktikum in erster Linie den Nutzen hat, praktische Erfahrungen und Fachkenntnisse eines bestimmten Aufgabengebietes zu vermitteln.
Die Generation Praktikum ist nun mehr seit Jahren mit der
Problemstellung konfrontiert, dass Arbeitgeber Praktikanten allzu gerne
als billige oder sogar kostenlose Arbeitskräfte einsetzen. Wenn hierbei
zusätzlich keine fachlichen Kenntnisse vermittelt werden, kann man
getrost von einer reinen Zeitverschwendung für den Praktikanten
sprechen. Ganz nebenbei ist ein solches Verhalten von Arbeitgebern alles
andere als moralisch vertretbar.
Mittlerweile hat es sich jedoch als Normalität entwickelt, dass
ausgerechnet hochwertige und Karrierefördernde Praktika ohne jede
Vergütung absolviert werden müssen. Hier scheinen Arbeitgeber den
Aspekt, dass es sich um sehr begehrte Praktika handelt, aufgrund der
ausgezeichneten Perspektive, zu nutze zu machen. Solche hochwertigen
Praktikumsstellen sind insbesondere für Hochschulabsolventen
interessant.
Das Problem besteht jedoch nicht ausschließlich in der freien Wirtschaft
Laut Anfrage der Grünen beschäftigen ausgerechnet die Ministerien über
2.000 Praktikanten, welche keine Vergütung erhalten. Ein besonders
widersprüchliches Beispiel sehen wir bei der Schirmherrin von
Fair-company, Frau Ursula von der Leyen, unsere Bundesministerin für
Arbeit und Soziales. In Ihrem Bundesministerium arbeiten knapp 100
Praktikanten ohne Vergütung.
Die Problematik die wir hierzulande haben, ist ein nicht nur eine
moralische Wertschätzung der Arbeitsressourcen durch Praktikanten,
sondern zusätzlich eine auf Gewinnmaximierung getrimmte Philosophie,
welche anscheinend auch in unseren Ministerien vorherrscht. Durch die
Handhabe sehr gut ausgebildete Hochschulabsolventen ohne jegliche
Vergütung arbeiten zu lassen, wird ausgerechnet deren Existenzsicherung
im Praktikumszeitraum deutlich erschwert. Das darunter die Leistungen im
Praktikum zwangsläufig leiden ist vorprogrammiert.
Andererseits wird durch diese Null-Vergütungspolitik, auch elegant eine
Verdrängung von Hochschulabsolventen, welche über weniger finanzielle
Mittel durch das Elternhaus verfügen realisiert.
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