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Mangel anTeilzeitstudiengängen

Freitag, 31. Dezember 2010
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Studium neben der Arbeit 

Das Angebot an Studienplätzen für Studenten, welche neben dem Studium für ihren Lebensunterhalt selber sorgen müssen, ist hierzulande immer noch deutlich zu gering.

Neben jenen Studenten die regelmäßig arbeiten müssen, sind vom geringen Angebot an Teilzeitstudiengängen auch junge Eltern im Studium betroffen, welche einen erheblichen Teil für die Fürsorge der Familie aufwenden müssen.


Auf diesen Missstand hat jetzt auch explizit der Stifterverband hingewiesen. Der Stifterverband stellt eine gemeinschaftliche Vereinigung  der deutschen Wirtschaft dar, in welchem sich etwa 3000 Unternehmen, Verbände, Stiftungen und Privatpersonen organisieren, mit dem Ziel die Bereiche Wissenschaft, Forschung und Bildung zu unterstützen. Der Hauptkritikpunkt vom Stifterverband betrifft direkt die Hochschulen in Deutschland. Ihnen wird vorgeworfen, mit dem geringen Angebot an Teilzeitstudiengängen die Realität der Verhältnisse der Studenten nicht gerecht zu werden.

Laut Stifterverband sind rund  25 Prozent der Studierenden gezwungen in Teilzeit zu studieren. Dies wären etwa 500.000 Studenten in Deutschland. Das Deutsche Studentenwerk unterstreicht diese Zahlen im Rahmen einer  entsprechenden Sozialerhebung. Demnach arbeiteten knapp 30 Prozent der Studenten im Erstsemester neben dem Studium. Das Angebot der Teilzeitstudiengänge ist demgegenüber jedoch sehr eingeschränkt. Nicht einmal 5 Prozent der grundständigen Studiengänge sind als Teilzeitstudiengänge tauglich. Nicht viel besser sieht es bei den weiterführenden Teilzeitstudiengängen für Berufstätige aus. Inwieweit das Angebot von Fernfachhochschulen dem Gerecht wird, wurde nicht untersucht.

Nur Berlin besitzt ein angemessenes Angebot für Studierende

Knapp 23 Prozent der grundständigen Studiengänge in Berlin sind als Teilzeitstudiengänge geeignet. Damit nimmt Berlin als Studienort eine absolute Ausnahmestellung ein.  Als absolutes Negativbeispiel fallen die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern auf, in denen es nicht einen einzigen Teilzeitstudiengang gibt. Aber auch die großen Studienstandorte wie Bayern und Baden Württemberg besitzen gerade mal 1 Prozent an Teilzeitstudiengängen.

Das ausgewogene Studienangebot in Berlin und die Attraktivität der Stadt im Allgemeinen, sorgt auch dafür, dass sehr viele junge Menschen aus anderen Bundesländern an den Universitäten in Berlin studieren möchten. Die hohe Nachfrage kann dann zu hohen Zugangsbeschränkungen führen, als Konsequenz aus dem Mangel der anderen Bundesländer an einem realistisches Studienangebot.

Konsequenzen für Studierende

Der aktuelle Mangel an Teilzeitstudiengängen führt unweigerlich zu  einer höheren Studiendauer und zu hohen Abbruchquoten. Studenten welche gezwungenen sind eine Tätigkeit aufzunehmen, weil die Eltern nicht als finanzielle Stütze taugen und das Bafög zu gering ist bzw. nicht gewährt wird, haben deutlich weniger Zeit für Vorlesungen oder zum Studium. Aufgrund der enormen Doppelbelastung leidet zusätzlich die Qualität der Studienergebnisse. Eine Chancengleichheit fehlt hier noch immer.




 
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