Unterschied Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit

Vereinfacht ausgedrückt versteht man unter Berufsunfähigkeit die dauernde Unfähigkeit, seinen bisherigen Beruf noch weiter auszuüben. Erwerbsunfähigkeit dagegen ist das Unvermögen, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten indem man überhaupt am Erwerbsleben teilnehmen kann.

Bei einer Erwerbsunfähigkeit kann man also letztlich überhaupt nicht mehr arbeiten.

Erwerbsunfähigkeit und Erwerbsminderungsrente

Bei festgestellter Erwerbsunfähigkeit besteht unter bestimmten Umständen ein Anspruch auf die Zahlung einer gesetzlichen Rente, die sogenannte Erwerbsminderungsrente. Als voll erwerbsgemindert gelten Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich unter den am Arbeitsmarkt üblichen Bedingungen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Teilweise erwerbsgemindert sind dagegen Versicherte, die außerstande sind, zwischen drei und sechs Stunden täglich am Erwerbsleben teilzunehmen. Wer mehr als sechs Stunden täglich erwerbstätig sein kann, erhält keinerlei Erwerbsminderungsrente. Diese Regelungen sind im sechsten Sozialgesetzbuch festgelegt.

Eine weitere Voraussetzung für den Bezug der Erwerbsminderungsrente ist, dass der Versicherte in den letzten fünf Jahren vor dem Eintritt der Erwerbsunfähigkeit Rentenbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Bei der vollen Erwerbsminderungsrente kommt außerdem hinzu, dass der Versicherte die allgemeinen Wartezeiten erfüllt haben muss.

Wird eine Erwerbsunfähigkeitsrente gezahlt, dann läuft die Zahlung bis zum 65. Lebensjahr. Ab dem 65. Lebensjahr wird Altersrente gezahlt.

Berufsunfähigkeit und Absicherung

Die Berufsunfähigkeit bezeichnet dagegen das dauerhafte Unvermögen, seinen bisherigen Beruf noch weiter auszuüben. Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit erfolgt durch einen privatrechtlichen Vertrag zwischen einem Versicherungsunternehmen und dem Versicherungsnehmer. Es handelt sich hier nicht um eine staatliche Rentenleistung.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet in der Regel ab einer festgestellten Berufsunfähigkeit von 50 Prozent. Je nach den zugrunde liegenden vertraglichen Versicherungsbedingungen kann der Versicherer darauf verweisen, dass ein anderer Beruf ausgeübt wird um den Lebensunterhalt zu bestreiten, als der bisherige. Unter Umständen kann also ein Versicherer verlangen, jeden Beruf anzunehmen, unabhängig davon ob dieser den Qualifikationen des Versicherten entspricht oder nicht. Die jeweiligen Voraussetzungen, unter denen eine Versicherung bei Berufsunfähigkeit leistet, sind also vor dem Abschluss des Vertrages ganz genau zu prüfen.




 
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