Spanien in der Krise Urlaub gefährdet?
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Freitag, 22. April 2011 |
Die Weltwirtschaft scheint sich immer noch nicht vollends von der Finanzkrise erholt zu haben.
Während es den Anschein hat, als wäre Deutschland recht glimpflich davon gekommen, haben andere Volkswirtschaften noch stark mit den Konsequenzen und Auswirkungen der Krise zu kämpfen.
Gerade in den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass nicht nur
Griechenland finanziell angeschlagen ist und von der Europäischen Union
gestützt werden muss.
Auch Irland und Portugal hat es bereits getroffen.
Eine Ratingagentur hat nun auch die größte Volkwirtschaft, die USA, als
zukünftigen potentiellen Kandidaten für eine Herabstufung der
Kreditwürdigkeit genannt. Noch wird diese Einschätzung von den meisten
Analysten als sehr unwahrscheinlich eingestuft.
Die Situation in Spanien
Spanien wurde zunächst so stark wie kein anderes Land in Europa von der
Finanzkrise getroffen. Das hängt insbesondere mit der leichtfertigen
Kreditvergabe im Immobilienbereich zusammen. Damit hatte es ähnliche
Probleme wie die USA, welche auf zahlreichen riskanten
Immobilienkrediten saß. Nach dem Platzen der Immobilienblase in Spanien
kam es zu einer wirtschaftlich bedrohlichen Kettenreaktion der
Wirtschaft. Die Folge dessen ist eine bis heute sehr hohe
Arbeitslosenquote von etwa 20% und damit zu einer deutlich gesunkenen
Kaufkraft. Auch die Kreditwürdigkeit hat Schaden genommen. Unter der
jüngeren Bevölkerung liegt die Arbeitslosigkeit sogar bei bis zu 40%.
In der jungen Generation herrscht nun beinahe so etwas wie eine
Perspektivlosigkeit in Ermangelung an adäquaten Alternativen auf den
nationalen Arbeitsmarkt.
In dieser Situation rutscht nun ausgerechnet der engste wirtschaftliche
Partner Portugal in die Krise, wodurch der Bi-nationale Handel praktisch
zum Erliegen kommt. Da die Wirtschaftskraft Spaniens trotz dieser Krisen recht robust ist, konnte bisher keine Rede von einer Staatspleite sein.
Spaniens Reaktion im Tourismusbereich
Die spanische Tourismusbranche hat bereits im vergangenen Jahr mit
attraktiven Preisnachlässen reagiert, um wieder mehr Urlauber in das
Land zu locken. Die Rechnung ging auf. Zum ersten Mal seit der Krise gab
es wieder einen Zuwachs an Urlaubern in Spanien. Aufgrund der
niedrigeren Preise wurde zwar weniger verdient als zuvor gewohnt, aber
die Branche hatte zumindest nach den schweren Krisenjahren 2008 und 2009
wieder Zuwächse zu verzeichnen.
Was ist zukünftig zu erwarten
Spanien wird weiter versuchen Wachstum im Tourismusbereich zu
generieren. Das in der Vergangenheit erfolgreiche Rezept, von
Preisnachlässen wird auch in der näheren Zukunft den Spanienreisenden
einen günstigeren Urlaub bescheren.
Die starke Konkurrenz aus Nordafrika kann aufgrund der aktuellen
Sicherheitslage getrost erst mal ignoriert werden. Allerdings werden
Tunesien und Ägypten spätestens ab 2012, wenn nichts Unvorhergesehenes
passiert, wieder ein relevanter Konkurrent für Spanien sein, so dass der
Preisdruck noch eine Weile bestehen bleibt.
Alles in Allem profitieren von den derzeitigen Krisen insbesondere die Urlauber aufgrund der gewährten Preisnachlässe.
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